Hinweise auf das Düsseldorfer Schloss

Schlossturm am Burgplatz

Wer aufmerksam durch die Düsseldorfer Altstadt streift, kann noch einige Hinweise dafür finden, dass am Burgplatz, am Ufer des Rheins, mal ein prunkvolles Schloss stand. Denn am Boden dort befinden sich ein paar andersfarbige Steine, die den Grundriss des ehemaligen Palasts andeuten. Warum das Düsseldorfer Schloss nicht mehr existiert? Es fiel 1872 einem Brand zum Opfer und lediglich der alte Schlossturm wurde wieder aufgebaut – darin befindet sich heute das Schifffahrtsmuseum.

In der Nacht vom 19. zum 20. März 1872 wurde das Schloss, jahrelang das Wahrzeichen der Residenzstadt Düsseldorf sowie das Zentrum im städtebaulichen Gefüge der Stadt, ein Raub der Flammen. Im Obergeschoss des rheinseitigen Schlossflügels brach aus nicht geklärter Ursache ein Großbrand aus, der das Palais nahezu vollständig zerstörte.

Das Düsseldorfer Schloss bestand von 1260 bis 1872. Zunächst eine gräfliche Burg, wurde es unter anderem von Jan Wellem zu einem herzoglichen und kurfürstlichen Residenzschloss ausgebaut. Der Kurfürst wählte das Schloss im 17. Jahrhundert als Hauptwohnsitz aus und ließ es nach seinem extravaganten Geschmack umbauen. So stattete er es unter anderem mit einer Loggia, Arkaden und einer streng gegliederten dreizeiligen Fensterfront aus. Auf der Rheinseite ließ er einen Festsaal mit großen Fenstern zum Fluss und einer mächtigen Balkendecke errichten. Mit diesen und weiteren Ideen setzte Jan Wellem dem Schloss seinen barocken Stempel auf.

Als großer Förderer von Kunst und Kultur ließ der Kurfürst zwischen 1709 und 1712 zudem die Gemäldegalerie Düsseldorf an das Schloss anbauen. Sie beherbergte eine weltberühmte Kollektion an Bildern der Renaissance und des Barock – und überlebte samt ihrer Bestände den schicksalshaften Brand nahezu unbeschadet. Mit Werken der europäischen Malerei vom 15. bis Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Gemäldegalerie Düsseldorf heute in das Museum Kunstpalast integriert.

Im alten Schlossturm, der nach dem verheerenden Brand wiederhergestellt wurde, befindet sich heute das Schifffahrtsmuseum, das die Rhein- und Schifffahrtsgeschichte aus 2000 Jahren darstellt und erläutert.