Karneval in Köln

Weiberfastnacht auf dem Heumarkt

Ein Highlight im Kölner Karneval ist Jahr für Jahr die Weiberfastnacht in der Altstadt.
| © Felix Montino

Karneval in Köln – man liebt ihn oder man hasst ihn. Während die einen Jahr für Jahr Reißaus nehmen und während der tollen Tage in Urlaub fahren, reisen die anderen extra in die Domstadt, um dort den Straßenkarneval zu feiern und den Rosenmontagszug zu bewundern. Doch der Kölsche Karneval lässt sich nicht auf die wenigen Tage zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag beschränken. Die Tradition im Rheinland beinhaltet noch viel, viel mehr.

Start einer jeden Karnevalssession in Köln ist schon der Elfte im Elften. Exakt um 11:11 Uhr beginnt an diesem Tag das jecke Treiben. Das Dreigestirn der kommenden Session wird dem Bürgermeister im Rathaus und der Kölner Bevölkerung auf dem Alter Markt vorgestellt. Die großen Karnevalsgesellschaften feiern den Beginn, indem sie gemeinsam mit den Narren die neusten Karnevalslieder anstimmen, neue Kostüme präsentieren und das ein oder andere Kölsch unter die Menschen bringen.

Im Januar findet dann die feierliche Prinzenproklamation statt – die Festivität, bei der das Dreigestirn des Vorjahres offiziell verabschiedet und das neue verkündet wird. In der Regel übernimmt diese Aufgabe der Bürgermeister.

In den Tagen und Wochen danach finden überall in Köln in großen Sälen wie in kleinen Sport- oder Stadthallen Karnevalssitzungen und ähnliche Veranstaltungen statt, denen das Dreigestirn nach Möglichkeit beiwohnt. Bis zum Rosenmontag muss es bis zu 400 Auftritte bewältigen. Ob Prunks-, Damen- oder Herrensitzung: In den Nachbarstädten und im Umland ist der Sitzungskarneval ebenso ausgeprägt, nur haben diese meist ein eigenes Dreigestirn – oder zumindest einen eigenen Prinzen

Zu den Sitzungen gehen die meisten Narren schon im Kostüm. Richtig bunt wird es aber erst an Weiberfastnacht, dem Tag, an dem der berühmte Straßenkarneval beginnt: Auf den Straßen tummeln sich verkleidete Jecken, von überall ertönt Karnevalsmusik und es wird bis tief in die Nacht gefeiert – von Karnevalsfreitag bis Aschermittwoch.

Am Karnevalssonntag ziehen dabei traditionell die Schull- und Veedelszöch durch Köln, an denen sich nahezu alle Schulen der Domstadt beteiligen. Sie bilden quasi die Vorhut für den größten aller Züge, den Rosenmontagszug. Der setzt sich heute aus rund 8.000 Jecken und 80 Gruppen, teilweise mit Fest- und Prunkwagen, zusammen und braucht für den circa sieben Kilometer langen Weg durch die Stadt mehrere Stunden.

Am Veilchendienstag wird dann vielerorts der „Nubbel“ unter Tränen verbrannt. Er ist verantwortlich für alle großen und kleinen Sünden, die wir während der Karnevalszeit begangen haben – und nimmt unsere Sünden mit ins Grab. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei.

Originally posted 2016-02-03 13:26:05.