Farbfieber in Düsseldorf

Viele Düsseldorfer passieren die kreativ gestalteten Hauswände des Vereins Farbfieber täglich. Doch was genau verbirgt sich dahinter?  Farbfieber ist nicht nur in Düsseldorf, sondern weltweit tätig, und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Hervorgegangen aus der Wandmalgruppe Düsseldorf hat der Verein seit 1977/78 eine Vielzahl von Wandbildern geschaffen, die sich in der Regel mit gesellschaftlichen Fragen oder Entwicklungen auseinandersetzen – und den öffentlichen Raum bunter und interessanter gestalten.

So haben die Künstler seit 2004 unter anderem einer ganzen Straße ihr Gesicht gegeben. Die Kiefernstraße im Düsseldorfer Stadtteil Flingern-Süd, in den 1980ern das Zentrum der Düsseldorfer Hausbesetzer-Szene, bildet heute ein lebendiges Kunstwerk: Die Fassaden der Wohnhäuser mit ungeraden Hausnummern wurden durch den Verein Farbfieber auf einer Länge von über 200 Metern künstlerisch aufgewertet. Mehr als ein Dutzend Häuser bringen heute Farbe ins Viertel und spiegeln die bewegte Vergangenheit der Multikulti-Straße wider.

Der Schriftzug „Respect“ zieht sich dabei meterhoch über alle Wände, ist jedoch nicht sofort erkennbar. Denn die Künstler entwickelten für jedes Gebäude ein ganz eigenes Konzept. Ob Pflanzen, Kreuzworträtsel, Krone oder Faust: Über 600 Kilo Grundierung und Farben sowie 400 Spraydosen kamen zum Einsatz. Mit viel Liebe zum Detail entstanden unterschiedliche Stile und Ideen.

Neben der Kiefernstraße gestaltete der Verein noch mehr Kunst im öffentlichen Raum der Stadt. Farbfieber war unter anderem auch am Bilker S-Bahnhof, bei der Elisabethkirche in Flingern und bei einer Unterführung am Mintropplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs tätig.

Originally posted 2013-08-11 13:05:29.