Der Nubbel brennt am Aschermittwoch

Nubelverbrennung am Aschermittwoch

Der Nubbel brennt am Aschermittwoch stellvertretend für alle Taugenichtse.
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Der Nubbel hängt während der Karnevalstage über Kneipentüren oder aus Fenstern. Er hat seinen großen Auftritt um Mitternacht am Karnevalsdienstag, an dem er unter großem Wehklagen, das mehr und mehr in wüste Beschimpfungen übergeht, zu Grabe getragen wird. Denn der Nubbel ist Schuld an allen Sünden, die während der jecken Zeit begangen wurden. Er wird stellvertretend für alle verbrannt.

Nubbel ist ein kölscher Begriff, der schon vor der Jahrhundertwende im Sprachgebrauch war. Er wird benutzt, wenn man keine näheren Angaben machen kann oder will, in etwa wie „Tünnes“ oder „Typ“. So ist der Nubbel der Sündenbock, an dem sich die allgemeine Agressivität abreagieren kann. Denn hat man sich am Höhepunkt der Karnevalszeit, am Rosenmontag, noch bützend und schunkelnd in den Armen gelegen, hat man womöglich auch in der ein oder anderen Situation über die Strenge geschlagen – und das muss gesühnt werden. Der Nubbel muss deshalb den Tod durch Verbrennen erleiden.

Am Aschermittwoch ist dann tatsächlich alles vorbei. Seit dem 7. Jahrhundert beginnt an diesem Tag die Fastenzeit. Büßer bekommen Asche aufs Haupt gestreut oder erhalten ein Aschekreuz auf der Stirn. Der Sinn dessen ist es, dass der Mensch sich nach dem ausgelassenen Feiern wieder auf sich selbst konzentrieren soll – zur Vorbereitung auf die Osterfeiertage.

Die Kölner Karnevalsgesellschaften schließen am Aschermittwoch die Session mit einem traditionellen Fischessen ab. Hier lässt man die vergangenen Veranstaltungen bei einem gemeinsamen Kehraus noch einmal Revue passieren. Manche Gesellschaften begraben intern noch mal den Nubbel und es wird auch noch mal wehmütig.